Es ist mir ein persönliches Anliegen, Pfeifenneulingen den Einstieg in die schönste Nebensache der Welt durch einige Tipps zu erleichtern.
Kauf der ersten Pfeife:
Vor der Wahl der richtigen Pfeife steht die Wahl des richtigen Pfeifengeschäftes.
Meiden Sie Geschäfte, in denen der Bereich der Lottoannahmestelle größer ist als der Bereich für Rauchbedarf. Gerade beim Kauf der ersten Pfeife lohnt sich auch eine längere Anfahrt zu einem qualifizierten Fachhändler, da hier die Weichen gestellt werden, ob sie Pfeifenraucher werden und bleiben oder ob sie nach kurzer Zeit wieder die Flinte ins Korn werfen.
Stehen Sie zum ersten Mal in einem gut sortierten Fachgeschäft werden Sie vermutlich von der Angebotsfülle und nicht zuletzt auch von den geforderten Preisen regelrecht erschlagen.
Bleiben Sie gelassen.
Es wird Sie beruhigen, dass nur etwa 20 % der ausgestellten Pfeifen für Sie in Frage kommen.
Ich bin der Ansicht, dass Sie für Ihre erste Pfeife 50-100 Euro investieren sollten.
Es steht Ihnen natürlich frei, sofern Sie es sich leisten können, auch mehr zu investieren.
Für einen Anfänger ist eine Pfeife mit geraden oder leicht gebogenem Holm zu empfehlen. Lassen Sie die Finger von dünnwandigen Pfeifen, da hier die Gefahr besteht, dass die Pfeife in Ermangelung der richtigen Rauchtechnik durchbrennt. Empfehlenswert sind sandgestrahlte Pfeifen, weil diese durch ihre größere Oberfläche schneller abkühlen und bei gleicher Qualität billiger sind als glatte Modelle.
Vergewissern Sie sich, dass der Rauchkanal bündig mit dem Pfeifenboden abschließt. Probieren Sie ferner aus, ob sich ein Reiniger durch die Pfeife schieben lässt. Gerade für Anfänger ist es empfehlenswert, wenn Sie die Möglichkeit haben, während des Rauchens entstandene Feuchtigkeit aufzunehmen. Bei Filterpfeifen entfällt diese Zwischenreinigung, da sich der Reiniger nur bis zum Filter schieben lässt.
Bei der Pfeifenform wird in diversen Büchern immer darauf hingewiesen, dass man sich eine Pfeife kaufen soll, die optisch zum Erscheinungsbild passt. Vergessen Sie diesen Hinweis. Wenn Sie mit einer Körpergröße von 2 Metern Ihr Herz an eine kleine knubbelige Pfeife verloren haben, werden Sie an diesem Tag nicht mit einer großen schlanken Pfeife froh, auch wenn Ihre Frau oder Ihr Pfeifenhändler geschlossen der Ansicht sind, dass Ihnen die große Pfeife besser zu Gesicht steht. Leisten Sie sich ruhig einmal einen Stilbruch. An einem anderen Tag greifen Sie dann wieder zu einer Pfeife, die Ihnen besser steht.
Zum Thema Zubehör sei gesagt, dass Sie auch hier nur eine Minimalausstattung benötigen.
Diese sind:
-ein Pfeifenfeuerzeug
-ein Pfeifenstopfer
-ein Graphitstift (für den Zapfen des Mundstücks)
-eine kleine Pfeifentasche
-eine Packung Pfeifenreiniger
-ein Ausräumer (zur Pflege der Kohlenschicht im Pfeifenkopf).
Beim Zubehör können Sie getrost sparen. Ein Stopfer für einen Euro verrichtet genauso seinen Dienst wie ein Edelexemplar. Außerdem ergibt sich so für Ihre Familie und Ihre Freunde die Möglichkeit, Sie an Ihren Geburtstagen oder Weihnachten reichlich zu beschenken.
Einrauchen:
Herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich eine Pfeife mit dem dazu gehörenden Zubehör gekauft. Eine Dose leichter Tabak rundet das ganze Paket ab.
Zum Einrauchen sollten Sie sich eine Mußestunde wählen.
Oft wird empfohlen eine neue Pfeife mit Honig oder Spirituosen vorzubehandeln. Wenn der Pfeifenkopf mit hochprozentigem Alkohol behandelt wird, besteht die Gefahr, dass nicht nur der Tabak, sondern die gesamte Pfeife Feuer fängt. Ein Umstand, den es eigentlich zu vermeiden gilt, es sei denn, Sie möchten aktiv an einem Fackelumzug teilnehmen.
Bei der Behandlung mit Honig besteht die Gefahr, dass die Pfeife verstopfen kann, so dass diese Methode auch nicht zu empfehlen ist.
Stopfen und Rauchen der Pfeife:
Ich empfehle, die Pfeife von Beginn an bis zum Rand zu füllen. Zu beachten ist hierbei, dass das erste Drittel der Füllung mit ganz leichtem Druck eingebracht wird. Beim zweiten Drittel wird der Druck etwas erhöht und der Tabak schließlich beim letzten Drittel fest angedrückt. Die Engländer beschreiben die zum Einsatz kommende Kraft folgendermaßen :
1. Drittel - Babys Hand, 2. Drittel - Ladys Hand, 3. Drittel - Gents Hand.
Nach dem Anzünden der Pfeife wird sich der Tabak aufbäumen. Drücken Sie diesen mit dem Pfeifenstopfer wieder platt und zünden Sie die Pfeife erneut an.
Jetzt besteht die Kunst darin, den Tabak gerade so am Brennen zu halten. Die Pfeife darf hierbei ruhig einmal ausgehen. Was Sie auf jeden Fall vermeiden müssen, ist es die Pfeife zu heiß zu rauchen. Wenn Sie die Pfeife nicht mehr in der Hand halten können, ist sie definitiv zu heiß. Legen Sie sie zur Seite und lassen Sie die Pfeife abkühlen bis Sie sie erneut anzünden.
Rauchen Sie Ihre Pfeife lediglich einmal am Tag. Haben Sie Gefallen am Pfeifenrauchen gefunden und wollen Sie öfters rauchen , dann ist der Erwerb weiterer Pfeifen unumgänglich.
Eine Faustregel besagt, dass man so viele Pfeifen besitzen sollte, wie man täglich rauchen möchte.
Hat sich in dem Pfeifenkopf eine Kohlenschicht gebildet, sollten Sie diese regelmäßig auf 1 bis 1,5 mm ausräumen.
Viel Spaß beim Rauchen wünscht Ihnen
Ihr Axel Glasner